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1. Tag Gordon River –
Trashers Cove 6 km
Heute geht’s um 7.30 Uhr aus den Federn, nach
sehr erholsamer Nacht. Nach dem letzten Frühstück
mit frischer Milch für die nächsten 6 Tage
geht’s dann zum Start. Dort warten schon 9 andere
Leute auf den Fährmann. Punkt neun Uhr bringt uns
dann ein Indianer nach 2 Minuten Überfahrt sicher
ans andere Flussufer.
So jetzt sind wir abgeschnitten von der Zivilisation
und völlig auf uns selbst gestellt. Das Wetter
ist sehr typisch für diese Küste, die Nebelschleier
hängen tief man kann aber meistens erahnen wo sich
die Sonne befindet. Die Temperaturen sind ideal zum
Wandern.
Die ersten Kilometer sind sehr intensiv und führen
durch den Urwald & schon bald kommt man an die erste
der vielen Leitern des West Coast Trails. Mit dem schweren
Rucksack, wir beide schleppen ca. 26 kg Gepäck,
ist es sehr mühsam die Leitern hochzuklettern und
so benötigen wir viel Zeit für die ersten
Kilometer. Zum Mittagessen gibt es wie immer ein Powerbar
und eine Reihe schwarze Schokolade, thats it! Schon
bald kreuzen wir einige Wanderer, doch der kleine Unterschied
ist, dass diese den Trail schon fast gemeistert haben
und wir immer noch am Anfang stehen. Doch wir freuen
uns auf die kommenden Tage. Ein älterer Mann, der
den Trail schon zum vierten Mal absolviert erzählt
uns, dass der Trail noch nie in einem so guten Zustand
gewesen sei. Schuld daran ist der sehr trockene Sommer
mit nur sehr wenig Regen. So gibt es wenige Schlammlöcher
und der Weg ist meist sehr trocken und gut begehbar.
Wir hoffen natürlich, dass auch die nächsten
Tage ohne Regen bleiben.
Zum Schluss der Tagesetappe steht noch ein sehr steiler
Abstieg mit einer Leiterpartie auf dem Programm bis
nach Trashers Cove. Dieses letzte Stück zerrte
nochmals an den Kraftreserven. Doch mit der nötigen
Konzentration und dem richtigen Schuhwerk ist auch dieser
Abstieg kein Problem. |
Am Strand angekommen, denn alle Nachtlager des West
Coast Trails sind immer am Strand, herrscht reges treiben
und viele Camper sind dabei ihr Nachtlager aufzustellen.
Wir finden noch ein Plätzchen neben 2 Deutschen,
um unser Hilleberg Zelt im Sand aufzustellen.
Erschöpft von den Strapazen ruhen wir uns dann
erst noch ein Bisschen aus, bevor wir unser Material
verpuffen und das Zelt einräumen. Am nahe gelegenen
Bach pumpen wir mit der Wasserpumpe Trinkwasser ab und
füllen unsere Trinkflaschen und den Wasserbeutel
für das Kochwasser.
Danach wird die Küche in betrieb genommen.
Mit dem Benzinkocher wird die erste warme Mahlzeit zubereitet.
Heute stehen eine Suppe und Tortellini mit einer frischen
Käserahmsauce auf dem Speisezettel.
Während wir am Lagerfeuer bei den deutschen sitzen
reisst die Wolkendecke plötzlich auf und die Sonne
drückt hindurch. So können wir noch einen
herzerwärmenden Sonnenuntergang geniessen. Dann
heisst es das Geschirr zu waschen und den Nahrungsmittelsack
im Foodlocker einzuschliessen. An jedem eingetragenen
Übernachtungsplatz hat es einen Bärensicheren
Blechkasten wo, die Lebensmittel über Nacht eingeschlossen
werden. Dies ist sehr wichtig, denn würde man die
Nahrungsmittel im Zelt aufbewahren könnten Bären
angelockt werden und die eigene Sicherheit wie auch
die Sicherheit der anderen Camper würde fahrlässig
gefährdet.
Bevor wir in unsere Schlafsäcke kriechen erkunden
wir noch die morgige Etappe. Es gibt zwei Möglichkeiten,
erstens wieder die Leitern zurück auf den Hauptpfad
oder dann über viele Felsbrocken an der Küste
entlang. Wir entschliessen uns nach der Besichtigung
für die Küstenroute. |