Nach einem kurzen Abstecher nach La Chaux-de-Fonds
bike ich über Yverdon nach Lausanne. Einmal gerate
ich sogar auf der Autostrasse, weil der Radweg sehr
schlecht beschildert ist. So komme ich aber sehr schnell
voran, da dies der kürzeste Weg ist. Lausanne
gefällt mir auch super. Die an einem steilen
Hang gebaute Stadt am Lac Leman ist der westlichste
Punkt auf meiner Tour. Am nächsten Morgen fahre
ich am Genfersee entlang durch malerische Landschaften,
die von vielen Rebbergen verziert sind. Das Schloss
Chaillon ist neben Montreux sicher einer der Höhepunkte
am Genfersee.
Wallis
Die Fahrt von Villeneuve über Martigny nach Sion
ist was ganz besonders. Die topfebene Landschaft führt
von der weiten Seelandschaft ins enge Gebirgstal.
Von Sion aus starte ich zu einem Kurztrip nach Zermatt
um das Weltberühmte Matterhorn auch endlich mal
live zu sehen. Ohne grosses Gepäck ist die längste
Tagesetappe von über 160 km locker machbar. Schliesslich
bin ich ja langsam aber sicher in Form und meine Kondition
ist schon um einiges besser als noch beim Start. Im
autofreien Zermatt ist das Velo das ideale Fortbewegungsmittel.
Die lockere Talabfahrt wird mit sehr viel Gegenwind
zu einem weiteren Kraftakt & ich bin froh wieder
in Sion anzukommen. Früh geh ich heute zu Bett,
denn Morgen steht eine weitere strenge Bergetappe
auf dem Programm.
Mit noch etwas schweren Beinen
kämpfe ich dann am anderen Morgen gegen den nächsten
Berg. Mein Ziel ist der Col du Sanetsch, doch bis
zur Passhöhe wird es ein langer und anstrengender
Abnützungskampf. Die Strasse führt zum Teil
durch unbeleuchtete, stockfinstere Tunnels.
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Quasi als Belohnung bieten sich mir immer wieder herrliche
Ausblicke hinunter ins Tal. Glücklich erreiche
ich dann schliesslich auf 2251 m.ü.M. die Passhöhe
des Col du Sanetsch. Doch die Freude hält nicht
all zu lange, denn der Weg hinunter ins Berner Oberland
ist zwar auf meiner Velo-karte eingezeichnet, eignet
sich aber höchstens für Extrem-biker denn
für Rennvelotouristen. Schon halb am verzweifeln,
spricht mich ein älteres Pärchen an und meint
ich solle doch mit Ihnen in der halbprivaten Gondelbahn
mitkommen.
Vom Berner Oberland in die
Innerschweiz
Nach diesem lustigen Zwischenfall, mein Velo hatte glücklicherweise
gerade noch Platz in der engen Gondel, pedale ich über
Gstaad nach Thun. Dorte zelte ich einmal mehr an einem
See und nehme ein erfrischendes Bad vor dem Nachtessen.
Weiter führt mich die Fahrt durchs idyllische Emmental
zur Schweizer Hauptstadt nach Bern. Diese Stadt hat
diverse Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie zum Beispiel
der Bärengraben, das Parlamentsgebäude oder
natürlich der Zytgloggenturm. Die am ersten Westtor
integrierte Uhr ist das Wahrzeichen der Stadt. Das stündliche
Figurenspiel lockt immer viele Touristen an. Auf der
weiterfahrt Richtung Luzern kann ich viele ältere,
mächtige Häuser bestaunen. Eines davon hat
allein schon an der Hauptfassade 31 Fenster! Bei tollen
Velowetter, dass mich übrigens während der
ganzen Tour begleitet hat, radle ich über Worb,
Langnau, Entlebuch und Kriens nach Luzern. Eine weitere
sehenswerte Schweizer Stadt. Das Wahrzeichen der Leuchtenstadt
ist die Kappelbrücke. Diese im 14. Jahrhundert
gebaute Brücke wurde 1993 leider ein Opfer der
Flammen. 1994 frisch aufgebaut und wiedereröffnet
strahlt Sie in neuem Glanz und hat nichts von ihrer
Klasse eingebüsst. |