Zwischen Weihnachten und Neujahr 1996 brechen Guido und ich zu unserem ersten gemeinsamen Abenteuer auf. Es ist zugleich meine erste Reise ausserhalb Europa. Nach einem kurzen Stop-Over in Hong Kong landen wir in Adelaide. In der südlichsten Millionenstadt Australiens nehmen wir unser Mietauto in Empfang und gewöhnen uns recht rasch an den Linksverkehr. Ok bei den ersten paar Kreuzungen wird versehentlich der Scheibenwischer, statt der Blinker aktiviert, doch das ist ja kein Problem! :-)
Zuerst erkunden wir zu Fuss Adelaide. Trotz seiner Grösse wirkt es auf uns gar nicht wie eine Millionenstadt. Es hat sehr viele Grünflächen und sehr wenige Hochhäuser. Die ganze Stadt ist Schachbrettförmig angelegt und wir finden uns sehr rasch zurecht. In einem Outdoor-Shop besorgen wir unsere gesamte Campingausrüstung und kaufen uns ein geräumiges Igluzelt. Die Sachen werden dann fein säuberlich in unserem Mietauto verstaut. Glücklicherweise hat alles Platz, denn unser Mietauto ist ja eher klein.

Insel der Kangaroos..?
In einem Reisebüro buchen wir dann unseren ersten Kurztrip nach Kangaroo Island. Von Cape Jervis setzen wir dann mit der Fähre über nach Kingscote auf die drittgrösste Insel Australiens. Auf vielfach unasphaltierten Strassen fahren wir zuerst nach Seal Bay. Dort können wir auf einer geführten Tour eine Seelöwenkolonie aus nächster Nähe beobachten. Es ist echt spannend diese Tiere zu beobachten. Weiter geht's dann Richtung Cape Couedic. Dort in der nähe schlagen wir auf einem Zeltplatz unser Nachtlager auf. Es gibt hier viele frei lebende kleine Kangaroos und muntere Koalas zu beobachten. Einmal huscht ein Koalabär an uns vorbei und vertreibt das Kangaroo, dass ich gerade im Visier meiner Kamera hatte.
 

Flinders Chase National Park


Am nächsten Morgen werden wir von einem etwas frechen Kangaroo "verabschiedet". Unser nächstes Ziel ist der Flinders Chase Nationalpark. Dort besichtigen wir zuerst die Remarkable Rocks. Schon viele Touristen turnen auf den von Wind und Gischt bizarr geformten Granitskulpturen herum. Es ist schon eindrücklich was für formen hier die Natur geschaffen hat. Heute weht ein kräftiger Wind uns fast von dieser Felsplattform. :-)
Nach diesem Naturwunder fahren wir weiter zum Admiral Arch, einem riesigen Steinbogen. Doch dort ist es noch viel kühler und windiger. Am Rocky River wandern wir auf einem sehr interessanten Rundweg zu einer Sumpflandschaft. Die Wolken am Himmel lichten sich und endlich zeigt sich mal die wärmende Sonne wieder.
Diese bleibt uns auch die nächsten Tage erhalten und wir können uns einige Male an den wirklich traumhaften Sandstränden auf Kangaroo Island entspannen. An den meisten Strände hat es nur sehr wenige Leute. Bei der Anfahrt zu einem dieser Strände bleiben wir mit unserem Toyota Corolla im tiefen Sand stecken. Tja da sind wir wohl etwas zu weit in den deep Sand gefahren. ;-) Doch ein freundlicher Aussie zieht uns mit seinem Jeep wieder aus dem Schlamassel.
In der Nähe von Kingscote können wir eine Gruppe Pelikane beobachten, bis sie ein kleiner Kläffer vertreibt und uns somit um die besten Schnappschüsse bringt. Nach drei erlebnisreichen Tagen verlassen wir dann Kangaroo Island wieder. Auf dieser Insel haber wir aber bestimmt mehr tote denn lebendige Kangaroos gesehen. Viele liegen "flach" am Strassenrand. Wir haben diese kurz Tellerkangaroos getauft, weil sie so flach "rumliegen".