Nachdem ich 1999 schon Südafrika bereist hatte und mir dieses Land super gefallen hatte, verspürte ich den Wunsch wieder nach Afrika zu reisen. Diesmal steht eine Reise der nördlichen Nachbarländer Namibia und Botswana auf dem Programm. Zusammen mit meinen zwei Cousins Michael und Mario starten wir Mitte Juli 2001. Nach einem sehr angenehmen Flug mit South Africa Airways via Johannesburg landen wir in Windhoek. Schon im Flugzeug erleben wir die erste Überraschung, treffen wir doch Aschi Widmer mit seiner Reisegruppe an. Am Flughafen werden wir von unserem Autovermieter in Empfang genommen. Auf der Fahrt nach Windhoek, die etwa 35 Minuten dauert, bekommen wir schon mal den ersten Eindruck von Namibia. Etwas erstaunt sind wir als der junge Mann, der uns den 4-wheel drive Jeep vorführt und übergibt, in akzentfreiem Hochdeutsch mit uns kommuniziert. Er erzählt uns, dass er schon in der zweiten Generation einer deutschen Familie hier in Namibia lebe. Mit grosser Begeisterung machen wir uns dann auf unsere erste Probefahrt mit dem kleinen Zuhause für die nächsten vier Wochen. Gleich werden natürlich alle Geländegänge und alle Diff-Sperren ausgetestet und der Wagen wird auf Herz und Nieren geprüft. Danach decken wir uns mit Nahrungsmittel und Wasser ein. Das Angebot ist vielfältig und man bekommt was das Herz begehrt.

Plattfuss in Afrika
Das erste Ziel sind die höchsten Sanddünen der Welt im Namib-Naukluft Park.
Nach ca. 300 km, also noch nicht sehr weit gekommen fangen wir schon den ersten Plattfuss am linken Hinterrad ein. Tja das fängt ja gut an!!

Gegen Abend erreichen wir dann den Campground am Eingang zu Sossusvlei. Die Dachzelter sind sehr schnell aufgestellt und die Campingküche wird ein erstes Mal in Betrieb genommen. Zuerst entfachen wir ein Feuer, denn die Nächte im namibischen Winter sind empfindlich Kühl. Sobald sich die Sonne ca. um 18.30 Uhr verabschiedet sinken die Temperaturen z. T. bis gegen Null Grad. Mit einer feinen Mahlzeit und einem Büchsenbier lassen wir den Tag ausklingen und suchen schon früh Zuflucht in unseren warmen Schlafsäcken.
 

Zauberhafte Sanddünen

Sehr früh kriechen wir aus unseren Schlaftüten, denn wir wollen vor Sonnenaufgang bei den Sanddünen sein. Doch kaum zu glauben, wir müssen vor der Abfahrt die vereiste Windschutzscheibe frei machen. Das wird schnell mit einer Kassettenhülle erledigt. Nun aber los und ab mit dem wohlgeheizten Auto. Tja denkste, diese streikt heute uns so frieren wir trotz warmer Kleidung. Vor der Eingangspforte steht schon eine lange Autoschlange und alle warten auf die Toröffnung. Eine geteerte Strasse führt bis etwa 3/4 der Strecke zu den Sanddünen. Den letzten Viertel ist dann ausschliesslich mit einem 4-WD überwindbar. Unser Toyota Hilux bringt uns sicher ans Ziel und wir erreichen als erste das gewaltige Amphitheater des roten Sandgebirges von Sossusvlei. Einfach imposant ist der Anblick dieser elegant geschwungenen Sanddünen.

Tja welche dieser bis zu 385 Meter hohen Dünen sollen wir besteigen? Mit viel Fotomaterial und Wasser im Gepäck besteigen wir die erstbeste Düne. Der Aufstieg im losen Sand ist sehr anstrengend und zehrt an den Kraftreserven. Doch der Ausblick vom "Gipfel" der Sanddüne ist einfach faszinierend. Just awesome!
Wir bekommen gar nicht genug und es wird gleich die nächste Düne in Angriff genommen. So wandern wir mehr als fünf Stunden in dieser Traumlandschaft herum. Über Düne 45 machen wir uns auf den Abstieg zum Auto. Der Abstieg ist einfach herrlich und geht fast von selbst. Beim Auto angekommen wird gleich mal eine grosse Portion Spaghetti mit Tomaten-Thonsauce angerichtet. Mmhh! Es Schmeckt einfach herrlich nach dieser Anstrengung. Unter einem Baum, am kühlen Schatten, ruhen wir uns ein wenig aus bevor wir vor Sunset noch die nächsten Sanddünen besteigen.